Bratze, Frittenbude, Egotronic und MT Dancefloor, Oelde Donnerstag 25.März

Die Audiolith Geiselfahrt geht durch ganz Deutschland. Es geht von Kaff zu Kaff. Von Nord nach Süd und West nach Ost. Querfeldein. Im Gepäck: Bratze, Frittenbude, Egotronic und MT Dancefloor von Saalschutz.
Man war begeistert, dass die großen Audiolith Bands, die man eigentlich nur aus Großstädten wie Dortmund und Hamburg kennt, in die Westfälische Kleinstadt Oelde kommen. Genauso waren auch die Karten flott vergriffen. Es schien also schon im Vorhinein festzustehen, dass der Abend famos wird und die Alte Post das Wochenende zum renovieren nutzen muss.
Der Abend verlief aber anders als andere Konzerte. Die erste Sommerwärme machte sich bemerkbar und das Publikum stand erst die ganze Zeit draußen und genoss den lauen Abend. Selbst als Bratze begann zu spielen, stand noch ein Großteil draußen. Nach und nach trudelten die letzten verirrten Gäste ein. Bratze rockten auf der Bühne ab und präsentierten gut ihre neuen Songs. Das Album geht, so wie das letzte Album auch, live gut ab. Doch das westfälische Kleinstadt Publikum wollte nicht ganz auftauen. Mit größter Mühe von der Band kam ab und zu ein wenig Bewegung in den Laden.

Man mied den Körperkontakt und die steifen Beine wollten auch nicht ganz in Tanzstimmung kommen. Dabei war es eine sehr gute Performance von Bratze, gerade Livekracher wie „Filzlaus“ sollten endlich das Publikum animieren ein wenig hin und her zu wackeln, doch dieses schien nach der regulären Spielzeit genug zu haben und forderte auch keine Zugabe.
Nach der ersten Band waren einige Zuschauer, die sich auf alle drei Bands gefreut hatten, irritiert von der großen Zurückhaltung des Oelder Publikums. Man hörte aber schnell heraus, dass einige nur wegen Frittenbude da seien. Okay. Trotzdem nicht ganz nachvollziehbar warum man dann bei Bratze stock steif herumstehen musste.
Aber das scheint ein Unterschied zwischen Land und Stadt zu sein: Prinzipientreue wird großgeschrieben. Wenn ich schon im Vorhinein nur wegen Frittenbude da bin. Dann beweg ich mich auch nur bei Frittenbude. Die Kräfte müssen ja sinnvoll eingeteilt werden.
Als zweite Band sollte dann Egotronic das Eisen aus dem Feuer holen. Die Jungs packten gleich zu Beginn ihre Kracher aus, wie z.B. „Raven gegen Deutschland“ und siehe da, langsam kam ein wenig Bewegung in den Schuppen. Nun wollten scheinbar die Leute doch ein wenig ihre Knochen ausstrecken. Das klappte auch sehr gut. Es kam richtig Stimmung auf.

Das Publikum hat die Lieder mitgegrölt und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit stieg von Lied zu Lied. Egotronic haben das Publikum gut in Wallung gebracht und sich auch von den zwischenzeitlich ausgefallenen Monitoren nicht irritieren lassen. Nach zwei Zugaben war dann Egotronic platt und haben sich ihren anschließenden Feierabend wirklich verdient.
Jetzt sollte Frittenbude als dritte und letzte Band kommen. So, wenn alle nur wegen Frittenbude da sind. „Dann aber bitte jetzt Attacke!“ – Dachte ich mir. Die Kleinstädter standen zu ihrer Prinzipientreue. Zwei Takte und Stimmung war da. „Wer wird denn rumstehen wir wollen euch tanzen sehen – Die Arme in die Höhe und die Hüfte Kreisen“. So schien es Egotronic eingeleitet zu haben und Frittenbude sollten dies noch zu steigern wissen. Auch die 3 Jungs aus München haben hauptsächlich ihr neues Album präsentiert, welches auch sehr Konzert fähig ist und die Leute zum tanzen und springen anregt. Zum Schluss gab es dann noch zwei Zugaben. Aber dann mal was älteres. Ihren Hit den jeder kennt „Mindestens in 1000 Jahren“ und „Raveland“ sollten den Abend abrunden. Bei diesen beiden Liedern erreichte die Stimmung dann ihren Höhepunkt. Das Publikum wollte die Band dann nicht mehr gehen lassen.

Jedoch bei den letzten beiden Liedern das Springen zu entdecken ist dann doch ein wenig zu spät. Dazu kam noch, dass Frittenbude eh schon über die Zeit war. Denn schon vor dem Konzert hieß es, dass um 0:00 Schicht im Schacht ist. Als die Jungs ihre Zugabe einläuteten war es schon zehn nach zwölf. Keine weitere Zugabe mehr und MT Dancefloor hatte auch schon vorzeitig Feierabend, weil seine Turntables auch keinen Ton mehr abgeben durften.

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vielen lieben dank manuel fuer diesen wunderbaren bericht!


2 Antworten auf “Bratze, Frittenbude, Egotronic und MT Dancefloor, Oelde Donnerstag 25.März”


  1. 1 Mmmatze 30. März 2010 um 8:04 Uhr

    Endi sieht schlimm aus auf dem Foto! Mit blauem Auge und zahnlos!

  2. 2 maike 30. März 2010 um 8:49 Uhr

    so eine tour hinterlaesst scheinbar spuren:-)

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